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Internationales Sommercamp an der Helene 2013

Dass die Ferienzeit nicht nur aus Freizeit bestehen kann, haben zehn Schüler der Gesamtschule 3 unter Beweis gestellt. Gemeinsam mit Schülern und Studenten aus Osteuropa verbrachten sie eine Woche am Helenesee, um sich in Sachen nachhaltiger Entwicklung fit zu machen.

Organisiert wurde das Camp vom Solidaritätsdienst International (Sodi). In der Planung habe man sich insbesondere vom Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl Ende April inspirieren lassen: "Es ist eine Tatsache, dass immer noch Umweltschäden vorhanden sind", sagt Hagen Weinberg von Sodi. Es sei daher wichtig, insbesondere junge Menschen aus Osteuropa für alternative Energien zu sensibilisieren. Denn anders als in Deutschland, das sich von der Atomenergie-Gewinnung langfristig verabschiedet hat, geht man zum Beispiel in Polen einen anderen Weg. "Dort gibt es sogar Planungen, Atomkraftwerke neu zu bauen", warnt Hagen Weinberg.

Mit von der Partie war auch die Partnerschule der Gesamtschule 3 aus Witebsk. Sprachschwierigkeiten gab es nicht, denn neben der offiziellen Campsprache Deutsch konnten sich die Teilnehmer auch gut auf Englisch verständigen. Auf dem Programm standen Diskussionsrunden, Exkursionen und Werkstattarbeit. Da das Camp durch Fördermittel der Europäischen Union unterstützt wurde, lag der Eigenanteil der Teilnehmer bei überschaubaren 50 Euro.

Also musste man hauptsächlich Zeit investieren, die sich nach Angaben der Teilnehmer gelohnt hat. Unter anderem ging es nach Frankfurt zur Besichtigung des Braunkohle-Kraftwerkes, das seine Effizienz seit den 90er-Jahren verdoppeln konnte. Auch bei den dortigen Verkehrsbetrieben hat man sich den Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben - Busse fahren mit Gas angetrieben, was besonders für die Jugendlichen aus Osteuropa überraschend war.

Mit dabei war auch die 19-jährige Ljudmila Lichtner aus Eisenhüttenstadt, für die nachhaltige Entwicklung ein Zukunftsthema ist und die zufällig von einer Lehrerin ihrer Schule von dem Seminar erfahren hat. "Wir haben ganz praktisch gelernt, wie wir die Natur schützen können." Eine Konsequenz hat die 19-Jährige schon gezogen. "Ich werde jetzt noch mehr auf meinen Wasser- und Stromverbrauch achten", versichert Lichtner.

Angenehmer Nebeneffekt: das Kulturprogramm. Neben einem Besuch im Bundestag stellte jede Nation an einem Abend ihr Essen, ihre Musik und weitere Eigenarten vor. "Wir konnten viele Kontakte knüpfen, das war großartig", zieht Lichtner ein positives Fazit. Auch Schulleiter Torsten Tappert ist zufrieden: "Ich bin begeistert vom Engagement und den Ergebnissen der Teilnehmer. Weitere Treffen mit den Polen sind schon geplant." Sollte es mit der Förderung klappen, wird das Eurocamp im nächsten Jahr auch wieder stattfinden.

Beitrag aus der Märkischen Oderzeitung    http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1172071

 

 
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